Zoomer.de wird eingestellt
9. Februar 2009Die zum Holtzbrinck-Konzern gehörende Nachrichtenplattform zoomer.de wird Ende des Monats eingestellt. Chefredakteur Frank Syré nennt in einer Stellungnahme vor allem die Wirtschaftskrise als Grund:
“Die Wirtschafts- und Medienkrise hat bei uns und in unserem Mutterkonzern durchgeschlagen. Ein teures Experiment, das wir nunmal sind und waren, ist unter diesen Rahmenbedingungen nicht durchzuhalten.”
Damit wird ein weiteres Beispiel geliefert, das zeigt, dass auch große Konzerne durch die Wirtschaftskrise gezwungen sind ihre Web 2.0-Plattformen schnellstens zu monetarisieren oder sogar ihre Beteiligungen zu beenden. Bereits letzten Sommer hatte Bertelsmann die Community bloomstreet.net vom Netz genommen.
Tags: holtzbrinck, zoomer.de
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Februar 11th, 2009 at 20:08
Ich bin kein zoomer.de Nutzer gewesen. (Dennoch und deshalb ein kurzer Kommentar) Interessieren würde mich, ob die “Wirtschaftskrise” allein dafür verantwortlich ist oder ob das “teure Experiment” nicht den erwünschten Erfolg gebracht hat. Und sind oder sollen große Konzerne tatsächlich gezwungen sein “ihre Web 2.0-Plattformen schnellstens zu monetarisieren oder sogar ihre Beteiligungen zu beenden”??? What about: concentrate and integrate? Also halten, aber Portfolio nicht am falschen Ende beschneiden. Anders gedacht: Die die Barmittel haben gehen gerade jetzt auf Einkaufstour - auch nicht Grundlos oder?
…ich seh schon: war doch etwas länger.
Februar 11th, 2009 at 20:33
Die Wirtschaftskrise wird natürlich gerne verantwortlich gemacht für alle Probleme. Letztendlich ist “Wirtschaftskrise” ja auch nur ein Buzzword für eine Anhäufung von Umständen, hinter denen eine Menge gemachte Fehler stehen.
Unternehmen neigen ja gerne dazu äußere Umstände für eigenes Versagen anzugeben, sei es der Ölpreis, die Wirtschaftspolitik oder die Wirtschaftskrise. In der Psychologie nennt sich das externale Attribution. Aber ich denke man kann schon sagen, dass die Kapitalknappheit die Unternehmen dazu bewegt ihr Portfolio zu überdenken oder zumindest nicht blind in die neuen Medien zu investieren…
Februar 11th, 2009 at 21:19
Alles Management und Strategie Sache. Der Erfolg - pos. / neg. - wird schon ein messbarer und damit ausschlaggebender sein. Und die Entscheidung wird begründet sein. “Portfolio überdenken”, ok (wobei Holtzbrink jetzt nicht so unter einem Exit-Druck stehen sollte); “strategisch in neue Medien investieren”, ja; “Kapitalknappheit” ich weiß nicht recht: 1. ok, kann sein, aber “künftiger (Markt)wert << Kosten des Kapitals für Betreibung”??? 2. die Platzierung des Portals allein, hat den größten Kostenfaktor ausgemacht, jetzt aussteigen / einstellen muss wirklich den trifftigen Grund haben überhaupt nicht an frisches Kapital für die Betreibung zu kommen (oder wirklich gar keine Aussichten für das Portal zu sehen), sonst wäre es eine sehr unkluge Entscheidung mit Blick auf evtl. zukünftige Erträge (sprich Break Even)