Die fetten Jahre sind vorbei!

3. Dezember 2008

Angesichts der aktuellen Finanzkrise bat deutsche-startups.de Gründer und Geschäftsführer ausgewählter Startups um eine Einschätzung der Folgen derselben. Deutsche-startups.de fragte:

“Wie schätzen Sie die derzeitige Finanzsituation für junge Startups ein und welche betriebswirtschaftlichen Konsequenzen, auch hinsichtlich möglicher Finanzierungsrunden, ergeben sich für Ihr Unternehmen bzw. für junge Gründer daraus?”

Geantwortet haben Alexander Artopé (smava, Berlin), Dennis von Ferenzcy (amiando, München), Michael Glöß (toksta, Potsdam), Malte Gösch (iliketotallyloveit, Bremen), Claudia Helmig (DaWanda, Berlin), Martin Oppenrieder (Limango, München), Stephan Uhrenbacher (Qype, Hamburg).

Nahezu einstimmig wird die Meinung vertreten, dass es zukünftig schwieriger sein wird, Finanzierung zu erhalten, da die Investoren stärker selektieren. Man rechnet zudem mit niedrigeren Bewertungen. Claudia Helmig glaubt jedoch nicht, dass die Situation ähnlich der im Jahr 2000 ist, sondern dass auch weiterhin investiert werden wird.

Intern wird hauptsächlich ein stärkeres Kostenbewusstsein einsetzen: Geld wir nur noch für existenzielle Maßnahmen ausgegeben, Investitionen werden möglichst verschoben. Personalabbau als Kostensenkungsmaßnahme wird nicht genannt – eine Kündigungswelle, wie sie in den USA bereits stattfindet, wird in Deutschland laut Malte Gösch nicht einsetzen.

Aufgrund prognostizierter einbrechender Werbepreise sehen sich diejenigen, die nicht ausschließlich mit Werbeerlösen kalkulieren, im Vorteil. „Ein skalierendes Monetarisierungsmodell ist Pflicht“, sagt Dennis von Ferenzcy.

Aufgrund ausbleibender Anschlussfinanzierung werden laut Michael Glöß viele Startups ihren Geschäftsbetrieb einstellen müssen. Von einem Startup-Sterben in großem Stil ist jedoch nicht die Rede.

Die Tatsache, dass jetzt eher in Modelle, die sich bewehrt haben statt in Ideen investiert wird, sollte positiv gesehen werden: Ein spätes Scheitern wird verhindert und Gründer gelangen schneller auf den richtigen Weg.

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