Was steckt hinter Venture Capital?
27. Oktober 2008Die meisten Startups bemühen sich irgendwann einmal um Risikokapital, das ihnen von VC-Gesellschaften oder Unternehmen als Eigenkapital zur Verfügung gestellt wird. Auf netzwertig.de gibt es einen interessanten Artikel, der „ein paar Dinge, die man über Venture Capital wissen sollte“ auflistet. Der Artikel ist von einem Insider geschrieben und absolut lesenswert.
Das sind die acht Thesen in Kürze:
1) VCs wollen Geld verdienen, nicht Jungunternehmer fördern
2) VCs denken in Firmenportfolios und sind am Einzelfall nur begrenzt interessiert
3) VCs denken in klar definierten zeitlichen Zyklen
4) VCs haben einen ausgesprochenen Herdentrieb, aber das nicht ohne Grund
5) Die VC-Branche ist intransparent und auf Beziehungen aufgebaut
6) VCs unterschreiben keine Geheimhaltungserklärungen
7) General Partners verdienen gut, aber nicht nur am Erfolg ihrer Investments
8) 80% der VCs sind Versager
Ich persönlich möchte an dieser Stelle Punkt 6) herausgreifen um auf eine wichtige Tatsache einzugehen:
VCs unterschreiben keine Geheimhaltungserklärungen. Warum nicht? Ideenklau ist kaum die Motivation, die hinter der Haltung von VCs steckt. Hierbei wäre ihr Ruf innerhalb kürzester Zeit ruiniert. Nein, es liegt ganz einfach daran, dass keine Idee einmalig ist. Würden VCs Geheimhaltungserklärungen unterschreiben, würde ihnen unter Umständen ein profitables Geschäft durch die Lappen gehen, für den Fall, dass sie ein ähnliches Konzept schon von anderen auf dem Tisch liegen haben sollten. Und das ist ehrlicherweise Realität. Die Chance, dass man mit seiner Idee der einzige ist, besteht quasi nicht – diese Illusion sollte kein Gründer haben. Man muss immer davon ausgehen, dass irgendwo ein ähnlich schlauer Kopf sitzt, der die gleiche Idee hat. Hoffen kann man nur, dass man selbst über die besseren Rahmenbedingungen verfügt und deshalb einen VC von seinem Konzept überzeugen kann.
Tags: Geheimhaltungserklärung, Ideenklau, Venture Capital
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