Finanzierungsbasics für einen erfolgreichen Weg in die Selbstständigkeit

1. Oktober 2008

Für viele Menschen ist die Vorstellung von einem eigenen Unternehmen reizvoll. Insbesondere in Zeiten wie diesen, da durch stetige technologische Neuentwicklungen vielfältige Möglichkeiten entstehen, im Web 2.0 innovative Geschäftsmodelle zu realisieren. Der Weg in die Selbstständigkeit scheint sich im Web 2.0 relativ einfach zu gestalten, da die Kosten hier vergleichsweise gering sind. Existent sind sie trotzdem. Wie decke ich also entstehenden Kapitalbedarf?

Tobias Kollmann hat unter dem Titel „Finanzierung von jungen Unternehmen in der Net Economy“ die gängigsten Finanzierungsmodelle für E-Ventures zusammengestellt. Wir versuchen hier, auf dieser Grundlage eine anwendungsbezogene Übersicht zu geben.

Wer als angehender Jungunternehmer das eigene Geschäftsmodell unabhängig von den in der Ideenphase vorhandenen finanziellen Möglichkeiten realisiert möchte, hat die Wahl zwischen drei strategie-erfüllenden Finanzierugsmodellen:

1) Fördermittel der öffentlichen Hand

2) Business Angel

3) Venture Capital

Gelder der öffentlichen Hand werden als „tough money“ bezeichnet, da ihr Erwerb bürokratische und zeitintensive Antragsstellungen erfordert. Traditionell erhält man – wenn alles gut läuft – Förderdarlehen, die speziell auf die Situation von Startups zugeschnitten sind, d.h. dass man in den Anfangsjahren meist tilgungs- und zinsfrei Kapital zur Verfügung gestellt bekommt.

Eine weitere Möglichkeit bietet sich durch staatlich unterstützte Forschungs- und Entwicklungsprojekte. Wenn die eigene Geschäftsidee im Bereich F&E Fortschritte verspricht, kann man finanzielle Zuschüsse oder langfristige Darlehen erhalten. Problematisch ist in diesem Fall, dass die Verwendung der finanziellen Mittel vorgeschrieben und teilweise standortgebunden ist.

Der Begriff „Smart Money“ trifft sowohl auf Business Angels als auch auf Venture Capital zu. Das bedeutet in erster Linie, dass man idealerweise mehr bekommt, als reines Eigenkapital. Ein Business Angel ist ein Privatinvestor, der neben Finanzmitteln weitere wichtige Erfolgsfaktoren in das Startup einbringt: Know-how aus eigener unternehmerischer Erfahrung und Kontakte. Denn neben Finanzmitteln sind auch die Zusammenstellung des Managementteams, der Input an Wissen und Beziehungen im Markt erfolgsentscheidend. Daher sind Business Angels besonders wertvoll: Sie erweitern das Startup-Netzwerk und stehen dem Management als Berater zur Seite.

Bei Venture Capital (VC) handelt es sich um Finanzmittel, die einem Startup langfristig und ohne Stellung von Sicherheiten als Eigenkapital zur Verfügung stehen. Vergeben werden die auch als Risikokapital bezeichneten Gelder von Venture Capital Gesellschaften oder Konzernen, die VC-Beteiligungen eingehen (Corporate Venture Capital). Bei dieser Beteiligungsfinanzierung gibt das Startup – wie der Name schon sagt – Anteile und Rechte an die Kapital-Geber ab. Es besteht keine Rückzahlungspflicht auf Seiten des Start Ups und kein Anspruch auf Verzinsung auf Seiten auf Seiten der Kapitalgeber.

Übersicht:

Quelle: Kollmann, Tobias: Die Finanzierung von jungen Unternehmen in der Net Economy. In: Börner, Christoph J.; Grichnik, Diemtmar (2005): Entrepreneurial Finance: Kompendium der Gründungs- und Wachstumsfinanzierung. Heidelberg: Physica-Verlag.

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